
Warum eine gute Vorbereitung auf die Krankenhausaufnahme wichtig ist
Ein geplanter Krankenhausaufenthalt ist für viele Patienten mit Unsicherheit verbunden: Welche Unterlagen werden benötigt? Was gehört in die Kliniktasche? Und welche Fragen sollte man vorab klären? Eine sorgfältige Vorbereitung auf die Krankenhausaufnahme nimmt Ihnen nicht nur Stress am Aufnahmetag, sondern kann auch die Qualität Ihrer Behandlung positiv beeinflussen. Wenn alle relevanten Unterlagen vorliegen, können Ärzte und Pflegepersonal schneller und gezielter handeln.
In deutschen Krankenhäusern erfolgt die Aufnahme entweder geplant (elektiv) – etwa vor einer Operation oder einer stationären Diagnostik – oder ungeplant über die Notaufnahme. In beiden Fällen ist es hilfreich, bestimmte Dokumente und Informationen griffbereit zu haben. Dieser Ratgeber gibt Ihnen eine praxisnahe Übersicht über alles, was Sie für die Krankenhausaufnahme vorbereiten sollten.
Geplante Aufnahme oder Notfallaufnahme: der Unterschied
Bei einer geplanten Krankenhausaufnahme haben Sie in der Regel ausreichend Zeit zur Vorbereitung. Ihr einweisender Arzt stellt eine Krankenhauseinweisung aus, Sie erhalten vorab einen Aufnahmetermin und können alle notwendigen Unterlagen in Ruhe zusammenstellen. Häufig findet vor dem eigentlichen Aufnahmetag ein Vorgespräch oder eine prästationäre Untersuchung statt, bei der bereits Blutabnahmen, EKG und Anästhesiegespräche durchgeführt werden.
Bei einer Notfallaufnahme über die Zentrale Notaufnahme ist die Situation anders: Hier bleibt oft keine Zeit für eine strukturierte Vorbereitung. Umso wichtiger ist es, grundlegende Dokumente wie die Versicherungskarte, einen Allergiepass und eine aktuelle Medikamentenliste dauerhaft griffbereit aufzubewahren – idealerweise in einer kleinen Mappe, die im Notfall von Angehörigen mitgebracht werden kann. Viele Rettungsdienste empfehlen, diese Unterlagen sichtbar in der Wohnung zu deponieren, etwa am Kühlschrank oder im Flur.
Wichtiger Hinweis: Tipp: Auch wenn Sie aktuell keinen Krankenhausaufenthalt planen, lohnt es sich, eine Notfallmappe mit den wichtigsten Dokumenten vorzubereiten. Im Ernstfall spart das wertvolle Zeit.
Was ist eine Krankenhauseinweisung?
Die Krankenhauseinweisung (offiziell: Verordnung von Krankenhausbehandlung) ist ein Formular, das Ihr behandelnder Arzt ausstellt, wenn eine stationäre Behandlung medizinisch notwendig ist. Auf der Einweisung sind Ihre Diagnose, die empfohlene Fachabteilung und der Grund für die stationäre Aufnahme vermerkt. Die Einweisung ist die formale Voraussetzung dafür, dass die Kosten des Krankenhausaufenthalts von Ihrer Krankenkasse übernommen werden.
Wichtig zu wissen: Die Einweisung enthält häufig einen Vorschlag für ein bestimmtes Krankenhaus, doch Sie haben grundsätzlich das Recht der freien Krankenhauswahl. Das bedeutet, Sie können sich für ein anderes Krankenhaus entscheiden, sofern es die benötigte Fachabteilung vorhält und einen Versorgungsvertrag mit Ihrer Krankenkasse hat. Über das MedZent-Verzeichnis können Sie Krankenhäuser in Deutschland nach Standort und Leistungsspektrum suchen.
Die Einweisung ist in der Regel bis zu 14 Tagen gültig. Wenn Sie den Aufnahmetermin nicht innerhalb dieser Frist wahrnehmen können, sollten Sie Ihren einweisenden Arzt um eine neue Verordnung bitten. In Notfällen ist keine Einweisung erforderlich – Sie können die Notaufnahme jederzeit direkt aufsuchen.
Welche Unterlagen sollten Patienten mitbringen?
Die vollständige Vorbereitung der Unterlagen erleichtert die Aufnahme erheblich und vermeidet unnötige Verzögerungen. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Dokumente:
Krankenhauseinweisung — ermöglicht die Kostenübernahme durch die Krankenkasse — Tipp: Original mitbringen, nicht nur eine Kopie. Versichertenkarte (eGK) — identifiziert Sie gegenüber dem Krankenhaus und der Krankenkasse — Tipp: Prüfen Sie vorab, ob die Karte gültig ist. Personalausweis oder Reisepass — zur Identitätsprüfung bei der Aufnahme erforderlich — Tipp: Immer im Original mitbringen. Allergiepass — informiert Ärzte über bekannte Allergien und Unverträglichkeiten — Tipp: Falls vorhanden, unbedingt sichtbar in die Unterlagenmappe legen. Medikamentenplan — zeigt alle aktuell eingenommenen Medikamente mit Dosierung — Tipp: Bundeseinheitlichen Medikationsplan vom Hausarzt erstellen lassen. Vorbefunde und Arztbriefe — ermöglichen es den Krankenhausärzten, Ihre Vorgeschichte schnell zu erfassen — Tipp: Relevante Befunde der letzten 12 Monate zusammenstellen. Blutgruppenausweis — wichtig bei geplanten Operationen mit Transfusionsrisiko — Tipp: Falls vorhanden, immer mitbringen. Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht — dokumentiert Ihren Willen für den Fall, dass Sie sich nicht äußern können — Tipp: Kopie für die Krankenakte, Original bei den Angehörigen.
Medikamentenliste und Vorbefunde richtig vorbereiten
Die Medikamentenliste (Medikationsplan) ist eines der wichtigsten Dokumente bei der Krankenhausaufnahme. Sie sollte alle Medikamente umfassen, die Sie regelmäßig einnehmen – einschließlich rezeptfreier Präparate, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzlicher Arzneimittel. Für jedes Medikament sollten der Wirkstoffname (nicht nur der Handelsname), die Dosierung, die Einnahmezeit und der Grund für die Einnahme dokumentiert sein.
Seit 2016 haben Patienten, die drei oder mehr verordnete Medikamente dauerhaft einnehmen, einen gesetzlichen Anspruch auf einen bundeseinheitlichen Medikationsplan. Diesen können Sie bei Ihrem Hausarzt oder in Ihrer Apotheke erstellen und aktualisieren lassen. Der Medikationsplan ist maschinenlesbar und kann im Krankenhaus direkt in das elektronische System übernommen werden – das reduziert Übertragungsfehler und erhöht die Arzneimittelsicherheit.
Zu den Vorbefunden, die Sie zusammenstellen sollten, gehören: aktuelle Laborergebnisse (Blutbild, Gerinnung, Nierenwerte), Berichte früherer Krankenhausaufenthalte (Entlassbriefe), Befunde bildgebender Untersuchungen (Röntgen, CT, MRT – idealerweise als CD oder digital), Befunde spezieller Voruntersuchungen (EKG, Lungenfunktion, Herzecho) sowie der Bericht der prästationären Untersuchung, falls eine solche stattgefunden hat.
Versicherungskarte und persönliche Daten
Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ist das zentrale Identifikationsdokument gegenüber dem Krankenhaus. Sie enthält Ihre Versichertendaten, die für die Abrechnung mit der Krankenkasse benötigt werden. Prüfen Sie vor dem Aufnahmetermin, ob Ihre eGK gültig ist und ob Ihre Daten (Name, Adresse, Versicherungsstatus) aktuell sind. Sollte Ihre Karte beschädigt oder abgelaufen sein, beantragen Sie rechtzeitig bei Ihrer Krankenkasse einen Ersatz.
Privat versicherte Patienten sollten statt der eGK ihre private Versicherungskarte oder eine Kostenübernahmebestätigung ihrer Versicherung mitbringen. Einige Krankenhäuser verlangen bei Privatpatienten vor der Aufnahme eine schriftliche Kostenübernahmeerklärung der Versicherung. Klären Sie dies vorab mit Ihrer Versicherung und dem Krankenhaus, um Verzögerungen bei der Aufnahme zu vermeiden.
Halten Sie außerdem folgende persönliche Informationen bereit: vollständiger Name und Geburtsdatum, Anschrift und Telefonnummer, Name und Kontaktdaten eines Angehörigen als Notfallkontakt, Name und Kontaktdaten Ihres Hausarztes sowie Name und Kontaktdaten weiterer behandelnder Fachärzte.
Fragen, die Patienten vor der Aufnahme klären sollten
Neben den Unterlagen gibt es eine Reihe von Fragen, die Sie vor der Krankenhausaufnahme klären sollten, um am Aufnahmetag keine bösen Überraschungen zu erleben:
- 1Wann und wo genau findet die Aufnahme statt? Viele Krankenhäuser haben separate Aufnahmebereiche.
- 2Gibt es eine prästationäre Untersuchung vorab, und wenn ja, wann und wo?
- 3Welche Medikamente sollen vor der Aufnahme abgesetzt, pausiert oder weiter eingenommen werden?
- 4Müssen Sie nüchtern erscheinen (vor Operationen oder bestimmten Untersuchungen)?
- 5Wie lange wird der voraussichtliche Aufenthalt dauern?
- 6Dürfen Angehörige Sie begleiten, und gibt es feste Besuchszeiten?
- 7Gibt es Einschränkungen bei mitgebrachten Gegenständen (z. B. keine Wertgegenstände)?
- 8Gibt es WLAN für Patienten, und welche Unterhaltungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?
- 9An wen können Sie sich bei Fragen oder Beschwerden während des Aufenthalts wenden?
- 10Wie wird die Entlassung organisiert, und wer stellt den Entlassbrief aus?
Was Angehörige vorbereiten können
Angehörige spielen bei der Krankenhausaufnahme eine wichtige unterstützende Rolle – insbesondere bei älteren Patienten, bei Kindern oder bei Patienten mit Sprachbarrieren. Wenn Sie einen Angehörigen bei der Vorbereitung unterstützen, können Sie folgende Aufgaben übernehmen:
- 1Unterlagen zusammenstellen und auf Vollständigkeit prüfen (Einweisung, Versichertenkarte, Medikamentenplan, Vorbefunde).
- 2Kliniktasche packen und beschriften (siehe Checkliste unten).
- 3Kontaktdaten für den Notfall hinterlegen und sicherstellen, dass das Krankenhaus Sie als Ansprechperson kennt.
- 4Fragen zur Medikation notieren, insbesondere wenn der Patient selbst nicht alle Medikamente benennen kann.
- 5Bei Patienten mit Demenz oder Orientierungsstörungen: Informationen über Gewohnheiten, Vorlieben und Tagesstruktur schriftlich mitgeben.
- 6Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht in Kopie bereithalten.
- 7Transport zum Krankenhaus organisieren und pünktliches Erscheinen sicherstellen.
- 8Nach der Aufnahme: Versorgung zu Hause sicherstellen (Haustiere, Post, Pflanzen, Wohnungsschlüssel).
Gerade bei Notfallaufnahmen ist es wertvoll, wenn Angehörige die Medikamentenliste und wichtige Dokumente schnell zur Hand haben. Besprechen Sie im Voraus, wo die Notfallmappe aufbewahrt wird und wer im Ernstfall benachrichtigt werden soll.
Checkliste für die Kliniktasche
Neben den Dokumenten benötigen Sie für den Krankenhausaufenthalt persönliche Gegenstände. Packen Sie Ihre Kliniktasche am besten in Ruhe am Vortag:
- 1Bequeme Kleidung: Schlafanzug oder Nachthemd, Bademantel, bequeme Hausschuhe (rutschfest).
- 2Hygieneartikel: Zahnbürste, Zahnpasta, Seife oder Duschgel, Shampoo, Kamm oder Bürste, Deodorant, Rasierzeug.
- 3Handtücher und Waschlappen (manche Krankenhäuser stellen diese, manche nicht).
- 4Brille, Hörgerät, Zahnprothese (in beschrifteter Box).
- 5Ladekabel für Smartphone und Kopfhörer.
- 6Lesestoff, Zeitschriften oder ein Tablet für die Wartezeiten.
- 7Etwas Bargeld für Getränkeautomaten oder Zeitungskauf (keine größeren Summen oder Wertgegenstände).
- 8Notizblock und Stift für Fragen an die Ärzte.
- 9Allergiepass, Impfpass, Mutterpass (bei Schwangeren), Diabetikerausweis oder Marcumar-Ausweis.
Wichtiger Hinweis: Wichtig: Lassen Sie Schmuck, teure Uhren und größere Bargeldbeträge zu Hause. Krankenhäuser haften in der Regel nicht für den Verlust von Wertgegenständen. Beschriften Sie Ihre persönlichen Gegenstände mit Ihrem Namen.
Wie MedZent bei der Orientierung hilft
MedZent unterstützt Sie bei der Vorbereitung auf die Krankenhausaufnahme, indem es Ihnen hilft, das passende Krankenhaus zu finden. Über das Verzeichnis Krankenhäuser in Deutschland können Sie Kliniken in Ihrer Region suchen und sich über Standort, Kontaktdaten und Fachabteilungen informieren. Wenn Sie wissen möchten, welche Fachabteilungen ein Krankenhaus hat und wofür diese zuständig sind, empfehlen wir unseren Ratgeber zu Krankenhausabteilungen.
Ergänzend finden Sie über MedZent auch Ärzte und Fachärzte, die Sie vor oder nach einem Krankenhausaufenthalt ambulant betreuen können – sei es für die Einweisung, die Nachsorge oder die Weiterbehandlung. In unseren weiteren Ratgebern erfahren Sie zudem Wissenswertes rund um das deutsche Gesundheitssystem, die Navigation zwischen Arztpraxis, MVZ und Krankenhaus sowie Tipps zur Terminvereinbarung.
Wichtiger Hinweis: Die Krankenhausaufnahme vorbereiten bedeutet vor allem, organisiert zu sein. Nutzen Sie die Checklisten in diesem Ratgeber, sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem einweisenden Arzt und informieren Sie sich über Ihr Wunschkrankenhaus. MedZent hilft Ihnen dabei, den Überblick zu behalten.
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Häufige Fragen
?Welche Unterlagen brauche ich für die Krankenhausaufnahme?
Sie benötigen in der Regel die Krankenhauseinweisung Ihres Arztes, Ihre elektronische Gesundheitskarte (eGK), einen Personalausweis, Ihren Medikamentenplan, einen Allergiepass (falls vorhanden), relevante Vorbefunde und gegebenenfalls Ihre Patientenverfügung.
?Brauche ich für das Krankenhaus immer eine Einweisung?
Für einen geplanten stationären Aufenthalt ja. Die Einweisung ist die Voraussetzung für die Kostenübernahme durch die Krankenkasse. Im Notfall können Sie die Notaufnahme jedoch jederzeit ohne Einweisung aufsuchen.
?Wie lange ist eine Krankenhauseinweisung gültig?
Eine Krankenhauseinweisung ist in der Regel bis zu 14 Tage gültig. Wenn Sie den Termin nicht in dieser Frist wahrnehmen können, sollten Sie bei Ihrem Arzt eine neue Einweisung anfordern.
?Kann ich mir das Krankenhaus selbst aussuchen?
Ja, in Deutschland gilt das Recht der freien Krankenhauswahl. Sie können jedes zugelassene Krankenhaus wählen, das die benötigte Fachabteilung vorhält – unabhängig vom Vorschlag auf der Einweisung.
?Was soll ich in die Kliniktasche packen?
Packen Sie bequeme Kleidung, Hygieneartikel, Hausschuhe, Ladekabel, Lesestoff, Brille oder Hörgerät und Ihre Dokumente ein. Lassen Sie Wertgegenstände zu Hause.
?Muss ich vor einer Operation nüchtern sein?
In den meisten Fällen ja. Ihr Arzt wird Ihnen genau sagen, ab wann Sie nicht mehr essen und trinken dürfen. Üblicherweise gilt eine Nüchternheitsregel von sechs Stunden für feste Nahrung und zwei Stunden für klare Flüssigkeiten vor der Narkose.
?Was ist ein Medikationsplan und wo bekomme ich ihn?
Der bundeseinheitliche Medikationsplan listet alle verordneten und regelmäßig eingenommenen Medikamente mit Wirkstoff, Dosierung und Einnahmezeitpunkt auf. Sie erhalten ihn bei Ihrem Hausarzt oder in Ihrer Apotheke, wenn Sie drei oder mehr verordnete Medikamente dauerhaft einnehmen.